Netiquette – der kleine Bruder der Etikette

Ob Etikette oder Netiquette - gute Umgangsformen sind in!

Bis Anfang diesen Jahres waren die Kalender voll mit Veranstaltungsterminen. Es gab eine Vielzahl an Konferenzen und Fachmessen, bei denen die Digitalisierung, die Künstlichen Intelligenz/AI, Fertigung/Industrie 4.0 und vieles mehr im Mittelpunkt stand.

Es verging kein Tag, an dem man nicht in eine ausgewöhnliche Event-Lokation eingeladen wurde, ob als Besucher, als Aussteller oder als Referent.

Besuche der Fachvorträge und der Messestände gingen einher mit dem üblichen "Get together" beim Kaffee, Glas Wein und Häppchen. In der Regel tauschte man sich bei diesen Gelegenheiten aus und holte sich die gewünschten Informationen ein. Man lies sich manches live vorführen, diskutierte aufkommende Fragestellungen und philosophierte über die neuesten technologischen Trends.

Dabei griff in der Regel auch die Etikette. Ein Regelwerk, in dem beschrieben ist, wie wir in der Gesellschaft miteinander umgehen sollten. Das gibt es übrigens auch für den Umgang im Web, die Netiquette.

Dazu gehörte auch, dass man sich mit einem Namen vorstellte. By the way, das fällt üblicherweise unter den Punkt der Höflichkeit. Wenn man merkte, dass es sich lohnt, in Kontakt zu bleiben, aus welchem Grund auch immer, tauschte man seine Daten aus. Ob nun per "altmodischer" Visitenkarte oder auch per elektronischem Medium. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass natürlich die Spielregeln der DSGVO beachtet wurden.

Seit einigen Wochen sieht die Welt leider anders aus und die meisten Veranstaltungen sind der Pandemie zum Opfer gefallen. Und es bleibt abzuwarten, wann sich das wieder ändern wird.

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Virtuell ist in - vorallem in Zeiten von Social Distance

Aber da kommt doch ganz schnell die Lösung um die Ecke. Wir sind doch alle virtuell unterwegs! Da ist es doch naheliegend, die Konferenzen, Fachvorträge, Schulungen und Veranstaltungen virtuell stattfinden zu lassen. Das Netz bietet fast uneingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten. Sogar das Messefeeling mit Standbesuch wird realisiert, was will man mehr. Man bekommt ein Teilnehmer-Login und meldet sich mit seinen Kontaktdaten auf der entsprechenden Online-Plattform an. Schon ist man mitten drin im virtuellen Vergnügen.

Es gibt kaum einen Unterschied zu einem Event in der Realität - oder doch?

Für die Besucher und Teilnehmer sind das Veranstaltungs-Erlebnisse, die es unabhängig von Zeit und Ort möglich machen, sich zu informieren und orientieren. Ohne großen technischen Aufwand, da in der Regel von jedem Rechner oder Handheld möglich. Meist kommt der User auch ohne Installation zusätzlicher Software aus. Seine Meinung, Begeisterung oder auch Kritik kann er per Klick und Kommentar kund tun und Social-Media-gerecht liken und teilen. Die Genehmigung der Dienstreise bleibt ihm auch erspart, fallen ja keine Reise- oder Übernachtungskosten an.

Für die Aussteller und die Referenten bedeutet das, keine Kosten für Konferenzräume, Messeflächen und Catering.   Reisekosten werden ebenfalls eingespart. Der Auf- und Abbau für den Messestand fällt weg, ebenso der Transport von Standausstattung, Technik und Möbel. Aber, um beispielsweise einen virtuellen Messestand aufzubauen, bedarf es trotzdem vieler Aufwendungen. Er will designed sein, technisch und inhaltlich, und mit Informationen bestückt sein. Das bedarf viel Zeit und vieler Ressourcen. Das Standpersonal freut sich auf zahlreiche Gespräche mit interessierten Besuchern, wenn auch vom Schreibtisch aus. Ein Fachvortrag mag mit der gleiche Sorgfalt vom Referenten vorbereitet sein, ob er nun in einem Raum oder auf einer virtuelle Plattform gezeigt wird. Sagen wir, der Aufwand ist und bleibt nicht unerheblich. Da gilt für jede Art von virtuellem Event.

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Kommen wir zur viel gepriesenen Interaktion

Man sagt, eine virtuelle Veranstaltung lebt von der Interaktion der Teilnehmer. Deshalb sollte man es dem virtuellen Besucher so einfach wie möglich machen, ohne technische Hürden und ohne ihm technisches Know-how abzuverlangen. Ok, aber was ist denn eigentlich Interaktion? Es ist das aufeinander bezogene Handeln zweier oder mehrerer Personen, also eine Wechselbeziehung zwischen Handlungspartnern, sagt Wikipedia.

Wie sieht das in der virtuellen Realität aus? Betrachten wir die Aussicht eines Referenten, der seinen Vortrag per Webinar hält. Rückmeldungen, verbal oder per Mimik bekommt er nicht, Fragen am Ende werden selten gestellt und ein Dankeschön oder der Klang des Applauses bleibt ihm ebenfalls meist verwehrt.

Was tun, um zu sehen, ob und wen er mit seinen Worten erreicht hat? Er schaut sich üblicherweise die Kontaktdatenliste an. Die Kontaktdaten, das Einzige, was man dem Teilnehmer abverlangt hat, um von seinem Fachvortrag zu profitieren.

Und da ist er wieder - Max Mustermann!

Er ist immer da. Er hat immer Zeit. Er ist immer interessiert! Er kommt nie alleine. Er bringt immer seine Freunde mit - Frau Maus, Mr. President und viele andere.

Die Anonymität des Internets verleitet viele Nutzer sich unter Pseudonymen zu verstecken und unsinnige Kontaktdaten zu nutzen. Das was wir Menschen unter Höflichkeitsformen verstehen, wird oft außer Acht gelassen. Aus Sicht des Datenschutzes sicher positiv zu bewerten, vorausgesetzt, die Anonymität führt nicht zu unangemessenen Aktionen. In Business Situationen jedoch ist es unsinnig, kommt doch die Kommunikation zwischen den beteiligten Personen nicht zu Stande, um die geschäftliche Belange zu klären. Was macht das dann für einen Sinn?

Hier scheint die Netiquette im wahrsten Sinne des Wortes ein Fremdwort zu sein. Wer sich im beruflichen und virtuellen Alltag hinter einem Pseudonym versteckt, verhält sich unprofessionell. Generische info@Mailadressen, komplett falsche Kontaktangaben oder unidentifizierbare Firmennamen zeugen von Geringschätzigkeit gegenüber anderen. Es ist unhöflich und lässt gegenüber dem Referenten und/oder Veranstalter den nötigen Respekt für dessen Arbeit vermissen.

Natürlich werden die Gegenstimmen jetzt sagen, wenn wir unsere Kontaktdaten preisgeben, dann werden wir von Mails und Anrufen überrollt. Ja, sicher lässt die professionelle Vorgehensweise auch hier bei manchen zu wünschen übrig und Fingerspitzengefühl in der Kommunikation gehört dazu. Auch ich überlege mir, wo es mir wert ist, meine Kontaktdaten zu hinterlassen. Aber im virtuellen geschäftlichen Miteinander wird es nicht ohne gehen, zumindest nicht dann, wenn das Interesse ernst gemeint ist.

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Der Knigge im Web - die Netiquette

Gute Umgangsformen gelten auch im virtuelle Umgang miteinander und sind immer aktuell. Das gilt gleichermaßen für jede Kommunikation im Netz, ob in Foren, Chats, eMails, sozialen Netzwerken, Webinaren oder bei virtuellen Veranstaltungen wie auch im "täglichen" Leben.

Gutes Benehmen - ist es nicht das, was wir zunehmend in unserer Gesellschaft vermissen? Denken wir an die fehlende Rücksicht auf den Straßen, die Behinderung von Einsatzkräften in Notfällen, die oftmals grausamen Kommentare auf den Social Media Plattformen und vieles mehr.

Wir können alle was dagegen tun, zur jeder Zeit, online oder offline! Ob Etikette oder Netiquette - der höfliche und respektvolle Umgang erleichtert uns allen das Miteinander in unserer Gesellschaft!

Gabriela von Bargen
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