Warum ein modernes Data Warehouse kein radikaler Neuanfang sein muss

Markus, du betreust seit sehr vielen Jahren unsere Kunden beim Aufbau ihrer DWH-Architekturen bzw. ein modernes Data Warehouse. Im Laufe der Zeit hat sich manches verändert, traditionelle Systeme und neue Technologien wachsen zusammen.

Was bewegt unsere Kunden ein modernes Data Warehouse einzuführen?

Nun ja, wir alle wissen, heute gibt es eine solche Datenvielfalt, die man nutzen kann. Darin wiederum steckt ein unschätzbares Wissen. Die Unternehmen wollen davon profitieren. Die Unternehmenswelt und Prozesse werden im Zuge der Digitalisierung immer komplexer, also werden immer mehr Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung gebraucht.

Das heißt, viele Daten bedeuten viel Wissen?

Na ja, die größten Datenmengen helfen erst mal nichts. Sie müssen verfügbar und nutzbar gemacht werden, nur dann erreicht man zielführende Ergebnisse. Früher waren Auswertungen aus dem DWH meist dem Management vorbehalten, heute gibt es viel mehr Anwender aus den Fachbereichen. Nicht nur im Controlling, sondern auch zunehmend im Vertrieb oder Marketing oder auch in der Produktion. Eigentlich gibt es keinen Bereich mehr, der nicht davon profitieren kann.

Man hört immer wieder, das Data Warehouse hat in Zeiten von Big Data und Digitalisierung ausgedient. Wie ist deine Meinung dazu?

Ganz und gar nicht, das DWH hat keinesfalls ausgedient, im Gegenteil. Für die Aufbereitung von Standardreports und Planungsszenarien gibt es nichts Besseres. Neu ist, dass jetzt  vor allem unstrukturierte Daten aus externen Quellen integriert und sinnvoll verknüpft werden sollen.

Gibt es neue Techniken, die dazu eingesetzt werden können?

Ja klar, moderne Techniken unterstützen dabei. Beispielsweise gewinnt Data Vault in Verbindung mit einer relationalen Datenbank (DB) zunehmend an Bedeutung, wenn häufig Änderungen in der DB durchgeführt werden müssen. Zumal heute auch die dazu notwendigen Rechnerkapazitäten kein Problem mehr darstellen.

Der Data Lake kommt ins Spiel, wenn neuartige Daten wie Sensordaten oder qualitative Informationen verarbeitet werden sollen. Dann geht es darum, Muster oder Trends zu erkennen. Diese müssen in Beziehung zu bekannten Daten gesetzt werden, wozu man wieder ein DWH braucht. Die Historisierung von Daten ist eine klassische Aufgabe des DWH und Grundlage für alle vorhersagenden Verfahren. ERP-Systeme sind dafür nicht konzipiert. So wird aus dem Zusammenspiel von DWH und Data Lake eine Basis zum Beispiel für Predictive Maintenance oder Vorhersagen über Kundenverhalten oder Kundenabwanderungen.

Welche Rolle spielt ein modernes Data Warehouse in der Digitalisierung?

Wenn immer mehr Prozesse digitalisiert sind, dann steigt die Menge der zu nutzenden Informationen gigantisch an. Das könnten Sensor- und Maschinendaten sein, umfangreiche Bild-/Audio-Dateien oder Nutzerinformationen aus dem Web. Die Fachbereiche erkennen die unzähligen neuen Möglichkeiten der Auswertungen. Die KI-gesteuerten Systeme bringen ebenfalls neue Anforderungen. Die müssten ihre kognitiven Fähigkeiten erlernen. Auch dazu braucht es den Vergleich mit der Vergangenheit, mit bestimmten Systematiken, Mustern oder Profilen, die aus gespeicherten Informationen abgeleitet werden.

Wie performant muss ein Data Warehouse dann heute sein?

Für viele unserer Kunden ist ein hochverfügbares DWH entscheidend. Denn sie wollen die  laufenden Auswertungen im Tagesgeschäft ja auch für Entscheidungen schnell nutzen.

Für welche Strategie sich Unternehmen schlussendlich entscheiden, hängt immer am Bedarf und meistens am Budget. Die Aufgabenstellung, der Nutzer und der Einsatzbereich bestimmen, ob es eine (Fast)-Echtzeit-Verarbeitung wird.

Was ist Deine Empfehlung, um den Performanceanforderungen gerecht zu werden?

Ich empfehle, das DWH auf einer eigenen Infrastruktur zu betreiben. Dann werden auch andere Systeme, wie beispielsweise das ERP, nicht belastet. Für die beste Performance gibt es meiner Meinung nach zwei Kriterien: Erstens, eine gute Aufbereitung der Datenbasis. Zweitens, eine für das DWH optimal konfigurierte Hardware. Beides spielt eine wesentliche Rolle.

Kann man sagen, die Erwartungshaltung der Nutzer hat sich verändert?

Generell kann man heute schon sagen, dass die Nutzer anspruchsvoller sind. Heute will keiner mehr lange auf die Reports warten. Und es gibt sehr viel mehr Einsatzbereiche, die von guten Auswertungen profitieren. Da werden auch die Nutzer einfallsreicher.  So steigt die Anzahl der geforderten Auswertungen, meist mit dem Wunsch nach Verfügbarkeit in Echtzeit.

Lohnt es sich dann überhaupt für unsere Kunden ein bestehendes DWH zu modernisieren?

Wir können schon feststellen, dass größere unstrukturierte Datenmengen, mehr Nutzer und Abfragen und veränderte Recherchemodi die älteren Data Warehouses an ihre Grenzen bringen. Aber es lohnt sich immer, eine Bestandsaufnahme zu machen und die neuen Anforderungen an ein modernes Data Warehouse zu definieren. Es geht meist nicht um einen radikalen Neuanfang. Es geht eher darum, die bestehenden Lösungen und Architekturen zu ergänzen. Es gibt viele neue Tools, um ein DWH zu erweitern, auch für kleinere Unternehmen.

Wie unterstützen wir unsere Kunden dabei?

Wir bringen unsere langjährige Erfahrung aus unzähligen DWH Projekten bei unseren Kunden ein. Das kann in der Beratung sein, aber auch bei den Tests und der Implementierung. Wir begleiten das Projekt oder übernehmen auch die Projektleitung. Bei vielen Kunden betreuen wir auch das DWH seit Jahren im laufenden Betrieb. Man kann sagen, wir sind das Bindeglied zwischen den Anforderungen der Fachanwender und der IT. Wir holen für unsere Kunden das Beste aus ihren Daten heraus!

Lieber Markus, vielen Dank, dass du uns in die DWH Welt mitgenommen hast!

 

Das Interview führte Gabriela von Bargen / Marketing

 

Markus Ruf modernes Data Warhouse

Markus Ruf


Markus kennt die Datenwelt unserer Kunden wie kein anderer. Ab und zu taucht er daraus wieder auf und gönnt sich und seine Familie eine Auszeit. Am liebsten tourt er dann mit seiner Frau Ulla im Wohnmobil durch die Lande, immer dahin, wo das Wetter und die Landschaft am schönsten sind. Immer dabei der Familienhund. Gemeinsam mit ihnen genießt er die Natur.

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